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Ich weiß,

dass das was ich mache, double-bind heißt. Das hält mich nicht davon ab. Das ist wie ich fühle und so ist es nunmal. Und ich weiß, dass hohe Erwartungen ein Garant dafür sind, frustriert zu werden. Ich kann nicht anders und ich will auch im moment nciht anders. Ich verteidige meine Wut mit noch mehr Wut, denn ich habe ein recht auf meine Wut.

*

8.2.09 17:43


Dunkle Seite der Sonne

Ich denke, also bin ich. Wer genau spielt dabei keine Rolle. Mein normaler blog wird von meinen Freunden und nur von meinen Freunden gelesen. Und weil ich mich nicht vor meinen Freunden komplett-Seelenentblößen möchte, werde ich das hier tun. Die dunkle Seite der Sonne, sozusagen.

Ja, ich rede nicht von Wolken, die meine Stimmung verhageln, von Gewittern und ähnlichem. Das ist die Person, die ich im Normalen Leben bin. Die, die immer wunderbar normal, gutgelaunt und anpassungsfähig ist. Das möchte ich auch sein, denn das ist meine Überlebensstrategie. Und doch muß ich der Seite ein wenig Luft lassen, die sich in den letzten Wochen beständig mit ihrem Freund streitet, mit dem sie eigentlich seit zwei Jahren verlobt ist, aber nicht weiß, ob die Beziehung die nächsten 6 Monate überdauern wird. 

Ich möchte mich nicht in meinem Weltschmerz suhlen, denn ich habe weder Weltschmerz, noch bin ich jemand, der sich darin suhlt. Ich möchte  nur wiederholt alles in Frage stellen und mich ein wenig entfrusten. Oder über meinen Frust schreiben, über den ich im moment mit niemandem reden kann.

Mein Freund ist zu gut und gern 30% Grund für meinen Frust. Es geht bei uns in einen neuen Lebensabschnitt. Wir sind mit dem Studium fertig und ich habe bereits einen Job, den ich nächste Woche antreten werde - er nicht. Ich gehe also in eine andere Stadt, er vielleicht. Er bewirbt sich nicht, er macht tierisch rum - er müsse ja schon an die Uni und genau dahin, aber nicht dorthin usw. Aber unternehmen unternimmt er gar nichts.

- Jedenfalls wenn ich ihm klarmachen möchte, dass mir eine Wischi-Waschi-"klar komm ich in deine Nähe, wenn es klappt" Aussage nicht reicht. Ja, ich stehe dazu, ich will irgendwann heiraten und Kinderkriegen - so in den nächsten 3 Jahren, wenn möglich. Nein, ich brauche keinen Ring am Finger, um zu glauben, dass irgendwas dann besser klappen würde (die Ehen meiner Eltern und auch meiner Freunde haben mich da eines Besseren belehrt) aber ich will was sehen. Beim Poker legt man auch irgendwann die KArten auf den Tisch. Und man geht nur All-In, wenn man entweder sowieso nichts mehr zu verlieren hat und will, dass es vorbei ist, oder man ein derart gutes Blatt hat, dass man nur noch gewinnen kann. Also entweder ganz oben, oder ganz unten.

Ich sehe mich weder ganz oben, noch ganz unten. Und in keiner Position, all-in zu gehen. Warum sollte ich? Ich habe zuviel zu verlieren. In zwei Jahren Fernbeziehung habe ich ein normales Leben zu verlieren. Ich verliere an einem Ort seßhaft werden zu können (ich weiß nicht, ob ich das will, aber ich habe einen unbefristete Arbeitsvertrag - ich könnte also...), ich verliere mal irgendwo ganz ich zu sein und mich neu zu verwurzeln, wie ich es die letzten Jahre hier getan habe. Es war meine Entscheidung, meine Wurzeln aus dem Delta zu entfernen. Und ich freue mich darüber. Wenn ich allein wär, würde ich mit hungrigen, großen schritten voran gehen. Nach mir die Sintflut. Vor mir ein Königreich.

So kommt nach mir noch mein Freund, der mir vielleicht hinterherzieht, vielleicht aber auch nicht. Dann suchen wir uns vielleicht zusammen eine Wohnung, vielleicht aber auch in zwei getrennten Städten, zwei getrennte Wohnungen. Die dann 200 Kilometer auseinander sind. oder mehr. Sicher ist eine Fernbeziehung nicht der Weltuntergang, aber es ist doof. Es macht keinen Spaß, jeden Abend beim Zähneputzen zu telefonieren und so zu versuchen, Qualitätszeit reinzuholen. Es macht keinen Spaß, sich nur am Wochenende zu sehen und dann entweder zu wenig Sex zu haben, oder nur Sex zu haben, und dafür kein sonstiges Sozialleben. 

 Die dunkle Seite der Sonne vertraut nicht in ihre Bindungen. Und auch nicht in ihre Bindungsfähigkeit. Und auch nicht daran, dass ich das schaffen wollen würde. Ich würde wahrscheinlich anfangen, mich umzusehen. Gezielt. Nach jemandem, der Ehemann-und-Vater-Material ist und sich nicht bei jeder Gelegenheit wie ein Teenager auf Jugendfreizeit verhält. Klar, dafür Liebe ich ihn auch, dass es einfach Spaß mit ihm macht, alles. Aber verantwortungsvoll, pünktlich und besonders erwachsen ist das alles nicht. Dabei war er am Anfang unserer Beziehung noch sehr für jung heiraten und Kinder und so. Für ganz traditionell, so sehr, dass es mich schon erschreckt hat.

Gut, also jedenfalls kann ich darüber nicht mit meinem Freund reden, denn wenn ich versuche, ihm klarzumachen, dass er mich los ist, wenn die ganze Sache mit in der Nähe von mir bleiben nicht hinhaut, fährt er aus der Haut, wird wütend und schreit mich an. Und dafür habe ich einfach keinen Nerv.

Und alle anderen Freunde haben dafür Verständnis. Jetzt dräng ihn doch nicht so. Das muss er schon allein machen. Ja. Muss er. Aber vielleicht sollte er das bald tun. Vielleicht sollte er auch mal zeigen, dass ihm etwas daran liegt, mit mir zusammen zu bleiben. 

Ja, ich brauche einen LIebesbeweis. ICh brauche was, woran ich mich festhalten kann, bevor ich all-in gehe. ICh habe vorgelegt. Es hieß damals: Bewirb dich, schatz, ich such mir was in deiner Nähe. Auch wenn es andersrum einfacher gewesen wäre, davon wollte er nichts wissen. Und jetzt stehen wir da. bzw. er steht dann hier und ich dort. Und ich werde denken: ich habe es ja vorher schon gesagt. und ich werde sauer sein, dass er soviel wegwirft. Dass er mich nicht zu schätzen weiß. Zumindest nicht so sehr, dass er alles dran setzt... gleichzeitig auch nicht solch spektakuläre Ziele hat, dass er sagt, er geht erstmal forschen und Karriere machen - da, dort, Ausland, sonstewo...das würde ich ja verstehen und unterstützen. So habe bleibt das schale Gefühl, dass er das eine sagt, und das andere (nichts) tut. 

Das brennt ganz schön. vor allem auf der dunklen seite der Sonne. 

8.2.09 17:38





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